Symposium zum Thema „Innovation und Spitzenmedizin brauchen Rechtssicherheit“
Wie kann ein Gesundheitssystem aus Fehlern lernen – bevor Schaden entsteht?
Diese Frage stand im Zentrum des Symposiums zum Thema „Innovation und Spitzenmedizin brauchen Rechtssicherheit“, das die Danube Private University Austria (DPU) am 6. März im Athenäum in Unterloiben organisiert hat.
Rund 70 Vertreter*innen aus Medizin, Recht, Politik und dem Hochschulwesen folgten der Einladung und nahmen an der Veranstaltung teil. Durch den Nachmittag führte Robert Wagner, MA, Direktor der Danube Private University. Expert:innen aus Politik, Gesundheitswesen, Medizin und Ethik beleuchteten Patient*innensicherheit, digitale Gesundheit und Medizinrecht aus unterschiedlichen Perspektiven:
• Anton Kasser, Landesrat für Finanzen und Landeskliniken des Landes Niederösterreich, sprach über den Gesundheitsplan Niederösterreich 2040+ und die Herausforderungen von demografischem Wandel, Spezialisierung und Fachkräftemangel.
• Dr.in Katharina Reich, Leiterin der Sektion VII „Öffentliche Gesundheit und Gesundheitssystem“ im Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, stellte die nationale Patient*innensicherheitsstrategie und das Konzept der Never Events vor – schwerwiegende, grundsätzlich vermeidbare Ereignisse im Gesundheitswesen.
• Mag.a Dr.in Elisabeth Bräutigam, MBA, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, gab Einblicke in die Digitalisierungsstrategie der NÖ Landesgesundheitsagentur und deren Bedeutung für Qualität und Patientensicherheit.
• Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Maria Kletecka-Pulker, Leiterin der neuen DPU-Forschungsgruppe Safety and Digital Health (PaDiH) sowie Vorstandsmitglied der Österreichische Plattform Patient*innensicherheit, stellte die Forschungsgruppe vor, die Patient*innensicherheit, Medizinrecht und Kommunikation im Gesundheitswesen verbindet. „Die DPU ist die erste österreichische Universität, die eine Forschungsgruppe mit Schwerpunkt Patient*innensicherheit etabliert hat.“
• Univ.-Prof. Dr. Harald Willschke, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie, Notfall- und Allgemeine Intensivmedizin am NÖ Universitätsklinikum Wr. Neustadt, zeigte das Potenzial datenbasierter Prognosen und KI im perioperativen Risikomanagement: „Wenn uns die Prädiktion gelingt, ist Prävention nicht weit.“
In der Abschlusskeynote betonte Prof. Dr. Giovanni Maio, Professor am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Dozent an der DPU, die Bedeutung einer Fehlerkultur statt Schuldkultur als Grundlage für Vertrauen im Gesundheitswesen.
Mit der Forschungsgruppe Safety and Digital Health (PaDiH) setzt die DPU einen Impuls für interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Patientensicherheit, Medizinrecht und Digitalisierung.
Ein herzlicher Dank an alle Vortragenden und Gäste für den inspirierenden Austausch!