Master: Studienaufbau- und inhalte

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Das Master-Studium Medizin-Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit kann konsekutiv aufbauend auf dem entsprechenden Bachelor-Studiengang oder einem Erststudium der Kommunikations/Journalismuswissenschaften mit dem Fachgebietsschwerpunkt Medizin/Gesundheit/ Biologie studiert werden. Es kann aber auch nach Abschluss eines fachlich relevanten Studiums der „Lebenswissenschaften“ (Medizin, Biologie, Zahnmedizin, Pharmazie, Public Health, etc.) in Angriff genommen werden. Dient das Bachelor-Studium einer ersten Orientierung und einer Qualifizierung für die Berufspraxis des Medizin-Journalisten bzw. des Experten für Öffentlichkeitsarbeit in der Medizin oder im Gesundheitsbereich, so dient der Master-Studiengang eher der theoretischen Vertiefung oder beruflichen Weiterqualifikation. Entsprechend sind die Module nicht überblicksartig angelegt, sondern dienen der fachlichen Vertiefung an ausgewählten Beispielen.

Studienplanung

Die Regelstudienzeit des konsekutiv aufgebauten Master-Studiengangs „Medizinjournalismus“ beträgt 4 Semester und es sind insgesamt 120 ECTS-Punkte zu erwerben. Das für den Abschluss erforderliche Lehrangebot beträgt 90 SWS. Für die Master-Thesis (Master-Arbeit) sind insgesamt 20 ECTS-Punkte angesetzt.

Absolventen des Bachelor-Studiengangs Medizinjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit oder einem entsprechenden Erststudium werden die Praktika entsprechend anerkannt. Studierende im vorliegenden Master-Studiengang mit einer Zulassung aus dem Studienbereich der „Lebenswissenschaften“ sollen zur Zulassung eine entsprechende praktische Erfahrung im Bereich Journalismus und/oder Öffentlichkeitsarbeit nachweisen, oder müssen im Studienrahmen ein mindestens zweimonatiges Berufspraktikum absolvieren. Außerdem müssen die Studienbewerber den Erwerb entsprechender „Statistik-Kenntnisse“ aus dem Vorstudium nachweisen. Liegen diese nicht vor, können diese in den Modulen des Bachelor-Studiums nachgeholt werden.

Module und Phasengliederung

Der Master-Studiengang ist in Modulen organisiert. In jedem Modul werden bestimmte fachspezifische Qualifikationen vermittelt. Am Ende eines jeden Moduls steht eine Modulprüfung.

Der Master-Studiengang gliedert sich in 6 Module im Studienbereich „Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit“. Im letzten Semester wird eine Master-Arbeit durchgeführt, der ein wissenschaftliches Projekt zugrunde liegt. Insgesamt müssen 5 Module mit insgesamt 100 Credits erworben werden wie eine Master-Arbeit (20 Credits) durchzuführen ist. Nachzuweisen ist ein Berufspraktikum von mindestens 2 Monaten.

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Qualifikationsziele

  1. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, das Mediensystem besser zu durchschauen und hinter einzelnen Kampagnen oder modischen Aufgeregtheiten bestimmte Strategien zu erkennen. Sie sollen erkennen, dass Medien neben der Aufklärungsfunktion und der Orientierung am Informationsbedürfnis der Rezipienten auch eigene oder fremde Interessen bedienen. Sie sollen das Instrumentarium kennen lernen, mit dem eine Medienkampagne zu durchleuchten und auf interessengeleitete Strategien hin zu analysieren ist. Die Studierenden sollen lernen, dass öffentliche Kommunikation nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern auf der einen Seite harten Marktbedingungen ausgesetzt ist, andererseits rechtlichen Randbedingungen unterliegt. Sie sollen befähigt werden, aktuelle Problemfälle anhand von rechtlichen Grundsätzen und ökonomischen Randbedingungen analysieren und bewerten zu können.
     
  2. Die Studierenden sollen zu durchschauen lernen, wie theoretisch-ethische Grundsätze in der täglichen Praxis von Redaktionen und Agenturen missachtet und kaum sanktioniert werden. Sie werden Methoden und Abläufe in Redaktionen und Agenturen kennen lernen und herausarbeiten, durch welche Kontrollmechanismen sichergestellt werden kann, dass nicht nur ethische Grundsätze beachtet sondern auch Mindeststandards von journalistischer Qualität eingehalten werden. Die Studierenden sollen befähigt werden, Informationsfelder in Organisationen zu systematisieren und Arbeitsabläufe zu konzipieren. Sie sollen befähigt werden, die einzelnen Arbeitsschritte in der Unternehmenskommunikation theoretisch zu durchschauen und praktisch zu gestalten.
     
  3. Die Studierenden sollen lernen, in der Zusammenarbeit zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus kein Feindverhältnis aber auch keine Liebesbeziehung zu sehen. Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus bedingen und benötigen einander. Öffentlichkeitsarbeit arbeitet dem Journalismus zu, verfolgt aber dabei auch eigene Interessen. Die Sachlage sollte der Journalist nüchtern einschätzen. Die Studierenden sollen auf der anderen Seite auch lernen, wie wichtig es für die Öffentlichkeitsarbeit ist, Glaubwürdigkeit zu erlangen und trotzdem die eigenen Interessen nicht aus den Augen zu verlieren. Die Studierenden sollen befähigt werden, medizinische Forschung und ärztliches Handeln kritisch zu hinterfragen. Wissenschaftler und Mediziner folgen nicht nur altruistischen Zielen, sondern sind eingebunden in ein System von Interessen und unterliegen eigenen Antrieben, die sich zum Teil mit ihren Aufgabenzuweisungen decken, manchmal aber auch nicht. Theoretisch soll herausgearbeitet werden, wie in der Geschichte Beispiele für die gesellschaftliche Abhängigkeit von Medizin und Forschung belegt werden können. Die Studierenden sollen lernen zu erkennen, wie der moderne Medizinbetrieb funktioniert und welche Interessen angeregt werden durch die ungeheuren Geldmengen, die im Gesundheitssystem bewegt werden.
     
  4. Die Studierenden sollen in den Projektseminaren lernen, ein eigenes Forschungsprojekt zu konzipieren und umzusetzen: Dabei sollen sie beispielhaft ein Problemfeld aus dem Ressort Medizinjournalismus bzw. aus der Öffentlichkeitsarbeit zur Medizin herausgreifen, dieses aber intensiver lernen zu durchdenken. Sie sollen befähigt werden, mit medizinischen Experten souveräner umzugehen, ihre Denkweise und Methodik besser zu verstehen und für die Zwecke des Journalismus oder der Öffentlichkeitsarbeit sachgerecht umzusetzen.
    Im Master-Studium soll nicht die Vollständigkeit angestrebt werden, vielmehr sollen die Studierenden in der Lage sein, ein Problemfeld in der Interaktion zwischen Journalisten und Experten herauszugreifen und intensiv zu durchdenken und zu analysieren. Die Studierenden sollen am Beispiel eines aktuellen medizinischen Problems lernen, wie man sich schnell in ein neues, koplexes Themenfeld einarbeitet, wie man seriöse von unseriösen Informationsquellen unterscheiden kann, wie man die wesentlichen von unwesentlichen Informationen trennen kann und wie man pragmatisch arbeitet um zu den essentiellen Kernaussagen zu kommen. Sie werden lernen, die vorhandene Berichterstattung zu einem ausgewählten Themenfeld zu erfassen und zu analysieren. Sie werden befähigt, eine Aussagenanalyse zu bewerkstelligen und in Gegenüberstellung zur Faktenlage zu bewerten.
     
  5. Die Studierenden sollen zu erkennen lernen, welche Probleme sich ganz praktisch bei der Umsetzung eines theoretisch recherchierten Themas in die mediale Praxis ergeben. Sie sollen so auf der einen Seite die Praxis der journalistischen oder der Öffentlichkeitsarbeit trainieren, auf der anderen Seite sollen sie die theoretischen Analysen im Licht der praktischen Erfahrungen zu reflektieren lernen. Durch die Übung sollen die Studierenden erkennen können, wie die mediale Praxis funktioniert und welche Stärken und Schwächen die jeweiligen Medien aufweisen.
     
  6.  In der Master-Arbeit sollen die Studierenden zeigen, dass sie gelernt haben selbständig zu arbeiten, ein Themenfeld systematisch zu erschließen, eine Fragestellung theoretisch herauszuarbeiten und in einer eigenen Untersuchung zu validen Ergebnissen zu kommen, die die aufgeworfene Forschungsfrage systematisch, vollständig und methodisch nachprüfbar beantwortet.